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Streit um „Böhse Onkelz“: Einmal Neonazi, immer Neonazi
Es war schlimm, was die „Böhsen Onkelz“ in ihren Gründerjahren von sich gaben. Die von 16- und 17-jährigen Musikern 1980 gegründete Gruppe gehörte zu den Fascho-Bands, die rechtsradikales Gedankengut in die Gehörgänge ihrer Anhänger aus der Skinhead-Szene hämmerte. Die Punker vom Main fanden rechtzeitig den Weg zurück auf den Pfad der Tugend, kehrten der Glatzen-Szene und deren braunen Gedankengut den Rücken zu. Heute sind die „Onkelz“ eine etablierte Hardrock-Band, die man als Musterbeispiel für eine gelungene Resozialisierung feiern könnte. Davon ist in diesen Tagen aber nichts zu spüren. Weil die Rolling Stones die Band als Vorgruppe für ihr Konzert am 8. August in Hannover verpflichtet hat, führen T-Mobile und NDR 2 als Promotion-Partner der Stones-Tour einen publikumswirksamen Feldzug gegen die Band, indem sie mit ihrem Rückzug drohen. Damit setzen sie ein verheerendes Signal. Wozu werden von Bund und Ländern Ausstiegsprogramme für Neonazis entwickelt und gefördert, wenn halbstaatliche Institutionen wie wie T-Mobile und NDR 2 auch 18 Jahre, nachdem sich die „Böhsen Onkelz“ öffentlich von rechtsextremistischen und ausländerfeindlichen Gedankengut losgesagt haben, diese Band noch immer ächten? Wenn 18 Jahre Wohlverhalten nicht ausreichen, um gesellschaftlich wenigstens toleriert zu werden, dann haben junge Neonazis in diesem Land keine Chance mehr. Einmal Neonazi, immer Neonazi - anders lässt sich der ärgerliche Aufstand der selbstgerechten Konzertpromoter nicht übersetzen.
Dabei geht es am 8. August in Hannover nicht um schwarze, gelbe, grüne, rote oder braune Politik. Am 8. August wird in Hannover ein von Keith Richards und Mick Jagger bereits 1975 publiziertes Credo gelebt, dass sich die politisch korrekten Bedenkenträger von T-Mobile und NDR 2 auch mal zu Gemüte führen sollten: „It's only Rock'n Roll - but I like it.“
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